Kann CBG den Blutdruck erhöhen? Wirkung von Cannabigerol auf Herz-Kreislauf und Haut

Hast du schon einmal davon gehört, dass Cannabis-Derivate nicht nur entspannen, sondern auch deinen Blutdruck beeinflussen können? Viele Menschen greifen heute zu CBG, kurz für Cannabigerol, einem der über hundert Cannabinoide in der Hanfpflanze. Oft genannt wird es das „Muttercannabinoid“, weil es die Vorstufe für andere bekannte Stoffe wie THC und CBD ist. Doch während CBD oft mit Entspannung verbunden wird, stellt sich bei CBG eine wichtige Frage: Kann dieser Stoff den Blutdruck erhöhen oder senken?

Die kurze Antwort lautet: Es gibt keine eindeutigen Beweise dafür, dass CBG direkt einen hohen Blutdruck verursacht. Im Gegenteil deuten erste Studien darauf hin, dass es eher gefäßerweiternd wirken könnte. Aber Vorsicht: Die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen, besonders wenn es um topische Anwendungen in der Kosmetik geht. In diesem Artikel klären wir auf, was die Wissenschaft bisher weiß, wie CBG im Körper wirkt und worauf du achten solltest - egal ob du es einnimmst oder als Creme verwendest.

Was genau ist CBG und warum ist es so beliebt?

Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid. Das bedeutet: Es macht nicht „high“. Es bindet an die Endocannabinoid-Rezeptoren im Körper, insbesondere an CB1 und CB2, aber weniger stark als THC. Stattdessen interagiert es mit anderen Rezeptorsystemen, wie dem Serotonin-System, was seine potenzielle angstlösende und entzündungshemmende Wirkung erklärt.

Warum also der Hype? Weil CBG einzigartige Eigenschaften hat. Forscher haben festgestellt, dass es möglicherweise besser gegen Entzündungen ankämpft als CBD. Außerdem soll es neuroprotektiv wirken - das heißt, es könnte Nervenzellen schützen. Diese Eigenschaften machen es attraktiv für die Behandlung von chronischen Schmerzen, Verdauungsstörungen und sogar Augenkrankheiten wie Glaukom.

Vergleich: CBG vs. CBD
Eigenschaft CBG (Cannabigerol) CBD (Cannabidiol)
Psychoaktivität Nein Nein
Hauptwirkung Entzündungshemmend, appetitanregend Beruhigend, schmerzlindernd
Vorkommen in Hanf Niedrig (< 1%) Mittel bis hoch
Forschungsstand Frühphase, viele Tierstudien Weit fortgeschritten, klinische Studien vorhanden

Da CBG natürlich nur in sehr kleinen Mengen in der Pflanze vorkommt, ist es teurer in der Produktion. Hersteller müssen spezielle Extraktionsverfahren nutzen oder spezielle Hanfsorten züchten, um höhere Konzentrationen zu erreichen. Das spiegelt sich im Preis wider, macht CBG aber nicht automatisch unwirksamer.

Wie beeinflusst CBG den Blutdruck?

Dies ist die Kernfrage, die viele beschäftigt. Um sie zu beantworten, müssen wir uns ansehen, wie Cannabinoide das kardiovaskuläre System beeinflussen. Der menschliche Körper besitzt ein eigenes Endocannabinoid-System (ECS), das unter anderem den Blutdruck reguliert. Wenn dieses System aus dem Gleichgewicht gerät, kann das Probleme verursachen.

Tierstudien haben gezeigt, dass CBG vasodilatatorisch wirken kann. Das bedeutet, es erweitert die Blutgefäße. Wenn sich deine Gefäße erweitern, sinkt normalerweise der Widerstand im Kreislauf, und damit sinkt auch der Blutdruck. Eine Studie an Ratten zeigte, dass CBG-Injektionen zu einer messbaren Senkung des systolischen Blutdrucks führten. Allerdings war dies eine intravenöse Gabe in hoher Dosierung - etwas ganz anderes als eine Creme auf die Haut aufzutragen.

Gibt es Risiken für Bluthochdruck? Bisherige Daten legen nahe, dass CBG keinen akuten Anstieg des Blutdrucks auslöst. Im Gegensatz zu THC, das in hohen Dosen kurzfristig den Puls beschleunigen und den Druck schwanken lassen kann, scheint CBG hier neutral bis positiv zu wirken. Dennoch gilt: Jeder Körper reagiert anders. Wenn du bereits Medikamente gegen Bluthochdruck nimmst, sollte CBG diese nicht ersetzen, sondern nur ergänzen - und zwar nach Absprache mit deinem Arzt.

Abstrakte Visualisierung erweiterter Blutgefäße und Kreislaufgesundheit

CBG in der Kosmetik: Dringt es ins Blut ein?

Hier liegt ein häufiges Missverständnis vor. Viele Menschen verwenden CBG-Haltiges Öl, Salben oder Cremes zur Pflege der Haut. Sie hoffen auf beruhigende Effekte bei Akne, Psoriasis oder trockener Haut. Die große Frage ist nun: Kann topisches CBG überhaupt den systemischen Blutdruck beeinflussen?

Die Wahrscheinlichkeit ist extrem gering. Topische Produkte werden entwickelt, um lokal zu wirken. Sie dringen in die oberen Schichten der Epidermis ein, erreichen aber meist nicht die tieferen Gewebeschichten, wo Blutgefäße liegen. Selbst wenn kleine Mengen von CBG in den Blutkreislauf gelangen würden, wäre die Dosis so winzig, dass sie keinen messbaren Einfluss auf deinen Blutdruck hätte.

Dennoch solltest du auf die Qualität achten. Billige Produkte können Verunreinigungen enthalten, wie Pestizide oder Lösungsmittelreste, die allergische Reaktionen auslösen könnten. Eine starke allergische Reaktion kann theoretisch den Blutdruck beeinflussen, aber das ist ein Problem des Produkts, nicht des CBGs selbst. Achte immer auf zertifizierte, laborgeprüfte Produkte ohne unnötige Zusätze.

  • Lokale Wirkung: CBG-Cremes wirken primär auf die Hautzellen und reduzieren dort Entzündungen.
  • Keine systemische Aufnahme: Im Gegensatz zu oralen Ölen oder Kapseln gelangt kaum CBG ins Blut.
  • Sicherheit: Für Menschen mit Bluthochdruck sind topische CBG-Produkte generell sicher.

Wer sollte vorsichtig sein?

Auch wenn CBG als sicher gilt, gibt es Gruppen, die besonders aufpassen sollten. Schwangere und stillende Mütter haben noch nicht ausreichend erforschte Daten, daher raten Ärzte meist von der Einnahme ab. Kinder sollten ebenfalls kein CBG erhalten, da ihr Endocannabinoid-System noch in Entwicklung ist.

Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen, sollten vorsichtig sein. Einige Cannabinoide können die Leberenzyme beeinflussen, die für den Abbau von Medikamenten zuständig sind. Das könnte dazu führen, dass Medikamente länger im Körper verbleiben und stärker wirken. Auch wenn CBG hier weniger untersucht ist als CBD, gilt das Prinzip der Vorsicht. Sprich mit deinem Hausarzt, bevor du neue Supplemente hinzufügst.

Wenn du unter niedrigem Blutdruck leidest, könnte eine zusätzliche blutdrucksenkende Wirkung von CBG (falls oral eingenommen) unerwünscht sein. Du könntest Schwindel oder Benommenheit verspüren. Hier ist es wichtig, mit niedrigen Dosen zu beginnen und deinen Körper zu beobachten.

Person trägt eine Creme auf die Haut auf, Symbol für topische Anwendung

Praktische Tipps für den sicheren Umgang mit CBG

Um das Beste aus CBG herauszuholen und Risiken zu minimieren, folge diesen einfachen Regeln:

  1. Starte klein: Egal ob Öl oder Creme, beginne mit der niedrigsten möglichen Dosis. Erhöhe sie langsam, bis du die gewünschte Wirkung spürst.
  2. Wähle Qualität: Kaufe nur bei seriösen Anbietern, die unabhängige Laborberichte (COAs) bereitstellen. Prüfe, ob das Produkt frei von Schwermetallen und Pestiziden ist.
  3. Beobachte dich selbst: Führe ein Tagebuch. Notiere, wann du CBG verwendest und wie du dich fühlst. Hast du Kopfschmerzen? Fühlst du dich ruhiger? Oder tritt Unruhe auf?
  4. Kombiniere klug: Viele Produkte enthalten sowohl CBD als auch CBG. Diese Kombination nennt man „Full-Spectrum“ oder „Broad-Spectrum“. Der sogenannte Entourage-Effekt besagt, dass die Cannabinoide zusammen besser wirken als einzeln. Für Blutdruckfragen ist dies relevant, da CBD ebenfalls gefäßerweiternd wirken kann.
  5. Konsultiere Experten: Bei Vorerkrankungen des Herzens oder Kreislaufs ist ärztlicher Rat unverzichtbar.

Zusammenfassung der Fakten

Cannabigerol (CBG) ist ein vielversprechendes Cannabinoid mit entzündungshemmenden und möglicherweise gefäßerweiternden Eigenschaften. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse deuten nicht darauf hin, dass CBG den Blutdruck erhöht. Im Gegenteil, tierexperimentelle Daten sprechen für eine leichte Senkung. Für Nutzer von CBG-Kosmetika ist das Risiko eines Blutdruckanstiegs praktisch ausgeschlossen, da die lokale Anwendung keine systemische Wirkung entfaltet.

Trotzdem bleibt Vorsicht geboten. Da die Forschung am Menschen noch läuft, kennen wir alle Langzeiteffekte nicht. Besonders bei oraler Einnahme in höheren Dosen sollte man auf Wechselwirkungen mit Medikamenten achten. Für die meisten gesunden Menschen ist CBG jedoch eine sichere Option, sei es zur inneren Unterstützung oder zur äußeren Hautpflege.

Kann CBG den Blutdruck akut erhöhen?

Nein, es gibt keine Belege dafür, dass CBG akut den Blutdruck erhöht. Im Gegenteil, Studien an Tieren zeigen eine gefäßerweiternde Wirkung, die den Blutdruck leicht senken kann. Im Vergleich zu THC, das Schwankungen verursachen kann, wirkt CBG hier stabilisierend.

Ist CBG-Creme sicher für Menschen mit Bluthochdruck?

Ja, absolut. Da Cremes und Salben lokal auf der Haut wirken, gelangt kaum CBG in den Blutkreislauf. Daher hat eine CBG-Kosmetik keinen messbaren Einfluss auf deinen systemischen Blutdruck. Achte lediglich auf hochwertige, rein extrahierte Produkte, um allergische Reaktionen zu vermeiden.

Welche Wechselwirkungen hat CBG mit Blutdruckmedikamenten?

Es besteht die theoretische Möglichkeit, dass CBG den Abbau bestimmter Medikamente in der Leber beeinflusst, ähnlich wie CBD. Dies könnte die Wirkung von Blutdrucksenkern verstärken oder abschwächen. Wenn du solche Medikamente nimmst, sprich bitte vor der Einnahme von CBG-Ölen oder -Kapseln mit deinem Arzt. Topische Produkte sind hier unbedenklich.

Was ist der Unterschied zwischen CBG und CBD bezüglich Herz-Kreislauf?

Sowohl CBG als auch CBD gelten als nicht-psychoaktiv und scheinen den Blutdruck nicht zu erhöhen. CBD ist besser erforscht und bekannt für seine beruhigende Wirkung. CBG wirkt stärker entzündungshemmend. Beide können potenziell gefäßerweiternd sein, doch die Datenlage zu CBG ist noch dünner als zu CBD.

Kann ich CBG täglich einnehmen?

Ja, CBG kann täglich eingenommen werden, solange du auf die Qualität achtest und keine unerwünschten Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden oder extreme Müdigkeit feststellst. Beginne mit einer niedrigen Dosis und steige langsam hoch. Höre auf deinen Körper.

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