Wenn du oft unter Blähungen, Bauchkrämpfen oder unerklärlicher Verdauungsproblemen leidest, hast du vielleicht schon von CBG gehört. Cannabigerol - kurz CBG - ist ein Cannabinoid, das in der Hanfpflanze vorkommt. Im Gegensatz zu THC wirkt es nicht berauschend, und im Vergleich zu CBD ist es noch viel weniger bekannt. Doch immer mehr Menschen berichten, dass CBG ihre Darmbeschwerden lindert. Aber stimmt das? Hilft CBG wirklich bei Magen-Darm-Problemen - oder ist das nur ein neuer Trend?
Was ist CBG und wie unterscheidet es sich von CBD?
CBG steht für Cannabigerol. Es ist der sogenannte „Stamm-Cannabinoid“: Alle anderen Cannabinoide wie CBD und THC entstehen aus CBG, während die Pflanze wächst. In jungen Hanfpflanzen ist CBG am höchsten, später wird es in CBD oder THC umgewandelt. Deshalb ist CBG teurer und seltener als CBD - man braucht mehr Pflanzenmaterial, um es zu gewinnen.
CBG wirkt nicht psychoaktiv. Es bindet an dieselben Rezeptoren im Körper wie CBD, aber anders. Während CBD hauptsächlich den Endocannabinoide-System (ECS) moduliert, greift CBG direkt an CB1- und CB2-Rezeptoren an - besonders stark im Darm. Das ist wichtig, denn der Darm hat eine hohe Dichte an CB2-Rezeptoren. Diese Rezeptoren regulieren Entzündungen, Darmbewegungen und die Barrierefunktion der Darmschleimhaut.
Ein 2021 veröffentlichter Studienüberblick im Journal of Clinical Medicine zeigte, dass CBG die Darmpermeabilität reduziert - also die sogenannte „undichte Darmwand“. Das ist ein Schlüsselproblem bei vielen chronischen Verdauungsstörungen wie Reizdarm oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Wie CBG den Darm beruhigt - die wissenschaftlichen Hinweise
In einer tierexperimentellen Studie aus dem Jahr 2018 an Mäusen mit induzierter Kolitis (Darmentzündung) reduzierte CBG die Entzündungswerte signifikant. Die Tiere zeigten weniger Durchfall, weniger Gewichtsverlust und eine bessere Schleimhautintegrität. Die Forscher schlossen daraus, dass CBG über die CB2-Rezeptoren die Immunantwort im Darm dämpft.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2020 am European Journal of Pharmacology fand heraus, dass CBG die Darmmotilität verlangsamt - also die Geschwindigkeit, mit der sich Nahrung durch den Darm bewegt. Das kann bei Durchfall helfen, aber auch bei zu schneller Verdauung, die oft mit Stress oder Reizdarm einhergeht.
Besonders interessant: CBG hemmt die Aktivität von Mastzellen. Diese Zellen setzen Histamin und andere Entzündungsbotenstoffe frei, wenn der Darm gereizt ist. Bei vielen Menschen mit Reizdarm sind diese Zellen überaktiv. CBG könnte sie beruhigen - ähnlich wie antihistaminische Medikamente, aber ohne Nebenwirkungen wie Müdigkeit.
Ein weiterer Mechanismus: CBG fördert die Produktion von Butyrat. Das ist eine kurzkettige Fettsäure, die von guten Darmbakterien produziert wird und die Darmzellen als Energiequelle dient. Ein niedriger Butyrat-Spiegel ist bei vielen chronischen Darmerkrankungen typisch. CBG scheint diese Produktion zu unterstützen - ein indirekter, aber wichtiger Effekt.
Was sagen Menschen, die CBG ausprobieren?
Online-Foren und Nutzerberichte sind kein wissenschaftlicher Beweis - aber sie zeigen, wo Menschen echte Probleme haben. Auf deutschsprachigen Gesundheitsportalen berichten viele Menschen, dass CBG-Öl ihre Blähungen, Bauchschmerzen und unregelmäßigen Stuhlgänge verbessert hat. Einige sagen: „Nach drei Tagen war der Bauch nicht mehr so aufgebläht.“ Andere: „Ich brauche keine Magenmittel mehr, wenn ich CBG nehme.“
Die meisten nutzen CBG in Form von Ölen - ein bis zwei Tropfen unter die Zunge, morgens und abends. Einige mischen es in Smoothies oder Joghurt. Die Dosierung variiert: Von 5 mg bis 25 mg täglich. Wer mit CBD schon Erfahrung hat, merkt oft: CBG wirkt schneller, aber kürzer. Die Wirkung setzt nach 20-40 Minuten ein und hält 3-5 Stunden an.
Wichtig: Keiner der Berichte beschreibt eine plötzliche Heilung. Es geht um Linderung - nicht um Kur. Und es funktioniert nicht bei jedem. Bei manchen bleibt es wirkungslos. Das ist normal. Jeder Körper reagiert anders auf Cannabinoide.
CBG vs. andere Mittel gegen Darmprobleme
Was ist besser: CBG, CBD, Probiotika oder Medikamente?
CBG hat einen klaren Vorteil: Es wirkt auf mehrere Probleme gleichzeitig - Entzündung, Darmmotilität, Barriedefekt und Mastzellenaktivierung. CBD wirkt ähnlich, aber schwächer auf die CB2-Rezeptoren im Darm. Probiotika helfen bei der Mikrobiom-Balance, aber nicht direkt bei Entzündungen. Medikamente wie Loperamid stoppen Durchfall, aber sie behandeln nicht die Ursache.
Ein Vergleich:
| Mittel | Wirkt gegen Entzündung | Reguliert Darmbewegung | Stärkt Darmbarriere | Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|---|
| CBG | Ja, stark | Ja, verlangsamt | Ja, über Butyrat | Sehr selten |
| CBD | Ja, mäßig | Teilweise | Teilweise | Leicht, z. B. Müdigkeit |
| Probiotika | Indirekt | Je nach Stamm | Ja | Gelegentlich Blähungen |
| Loperamid (Medikament) | Nein | Ja, stark | Nein | Verstopfung, Schwindel |
CBG ist kein Ersatz für Medikamente bei schweren Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Aber als ergänzende Unterstützung - besonders bei Reizdarm - könnte es eine sinnvolle Option sein.
Wie du CBG richtig anwendest
Wenn du CBG ausprobieren willst, achte auf drei Dinge:
- Reinheit: Wähle ein CBG-Öl mit Zertifikat (COA). Es sollte frei von Schwermetallen, Pestiziden und Lösungsmitteln sein. Ein guter Anbieter gibt die genaue CBG-Konzentration pro Tropfen an - meist 5 % oder 10 %.
- Dosierung: Beginne mit 5 mg täglich (ca. 2-3 Tropfen). Beobachte 7-10 Tage. Wenn du keine Wirkung spürst, erhöhe langsam auf 10-15 mg. Höhere Dosen (über 25 mg) sind nicht notwendig und können bei manchen zu leichten Übelkeit führen.
- Zeitpunkt: Nimm CBG morgens und abends ein. Vor dem Essen kann es die Verdauung vorbereiten. Nach dem Essen hilft es bei Blähungen und Krämpfen.
Vermeide Produkte, die CBG mit CBD oder THC mischen, wenn du nur CBG testen willst. Die Wirkung kann sich verändern. Und: CBG wirkt nicht sofort. Gib ihm mindestens zwei Wochen Zeit.
Wann solltest du CBG nicht nehmen?
CBG ist für die meisten Menschen sicher. Aber es gibt Ausnahmen:
- Wenn du schwanger bist oder stillst - keine Studien zu CBG in dieser Phase existieren.
- Wenn du Medikamente einnimmst, die über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut werden. CBG kann diese Enzyme beeinflussen - ähnlich wie Grapefruitsaft. Das betrifft z. B. Blutverdünner, Antidepressiva oder Cholesterinmedikamente.
- Wenn du eine Allergie gegen Hanfprodukte hast - selten, aber möglich.
Bei bestehenden Darmkrankheiten sprich mit deinem Arzt. CBG ist kein Ersatz für eine medizinische Diagnose.
Was kommt als Nächstes?
Die Forschung zu CBG ist noch jung. Aber die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. In den nächsten Jahren werden mehr klinische Studien an Menschen folgen - besonders bei Reizdarm-Syndrom und leichten Formen von entzündlichen Darmerkrankungen.
Einige Pharmaunternehmen arbeiten bereits an CBG-basierten Medikamenten. In den USA ist bereits ein CBG-Präparat für chronische Darmentzündungen in Phase-2-Studien. In Deutschland ist CBG als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen - solange es unter 0,2 % THC enthält. Das bedeutet: Du kannst es legal kaufen, ohne Rezept.
CBG ist kein Wundermittel. Aber für viele, die jahrelang mit Verdauungsproblemen kämpfen, könnte es ein neuer Ansatz sein - sanft, natürlich und ohne starke Nebenwirkungen. Wenn du es ausprobierst, tu es bewusst. Notiere, wie du dich fühlst. Und gib ihm Zeit.
Kann CBG bei Reizdarm helfen?
Ja, viele Menschen mit Reizdarm-Syndrom berichten von einer Linderung von Blähungen, Bauchschmerzen und unregelmäßigem Stuhlgang. CBG wirkt entzündungshemmend, reguliert die Darmbewegung und stärkt die Darmbarriere - genau die Mechanismen, die bei Reizdarm gestört sind. Studien zeigen, dass es die Aktivität von Mastzellen reduziert, die oft überaktiv sind. Es ist kein Heilmittel, aber eine unterstützende Option.
Ist CBG legal in Deutschland?
Ja, CBG ist in Deutschland legal, solange es aus zugelassenem Hanf stammt und den THC-Gehalt von 0,2 % nicht überschreitet. Es wird als Lebensmittelzusatzstoff oder Nahrungsergänzung verkauft - nicht als Medikament. Du kannst es in Apotheken, Reformhäusern oder online kaufen, ohne Rezept.
Wie lange dauert es, bis CBG wirkt?
Unter der Zunge eingenommen, setzt die Wirkung meist nach 20-40 Minuten ein und hält 3-5 Stunden an. Für die Wirkung auf die Darmgesundheit brauchst du aber mehr Zeit: Die meisten Nutzer merken Verbesserungen erst nach 1-3 Wochen regelmäßiger Einnahme. Geduld ist wichtig - CBG baut nicht sofort eine Wirkung auf, sondern unterstützt den Körper langsam.
Kann ich CBG mit CBD kombinieren?
Ja, viele Menschen kombinieren CBG und CBD, weil sie sich ergänzen. CBD wirkt eher beruhigend und entzündungshemmend, CBG ist stärker auf den Darm fokussiert. Die Kombination wird oft als „Entourage-Effekt“ bezeichnet - die Wirkung verstärkt sich. Achte aber auf die Dosierung: Beginne mit niedrigen Mengen, um Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder leichte Übelkeit zu vermeiden.
Gibt es Nebenwirkungen von CBG?
CBG ist gut verträglich. Die häufigsten Nebenwirkungen sind leichte Übelkeit, besonders bei hohen Dosen, oder trockener Mund. Selten kann es zu Müdigkeit kommen. Im Gegensatz zu THC verursacht CBG keine Rauschzustände. Bei Menschen mit Lebererkrankungen oder Medikamenteneinnahme sollte es mit Vorsicht verwendet werden - wegen möglicher Wechselwirkungen mit Leberenzymen.
Wenn du CBG ausprobierst, wähle ein qualitativ hochwertiges Produkt und halte ein Symptomtagebuch. Schreibe auf, wann du es nimmst, wie viel und wie du dich danach fühlst. Das hilft dir, die richtige Dosis zu finden - und zeigt dir, ob es wirklich etwas für dich ist.
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