Zeigt THCP auf einem Drogentest an? Alles, was Sie wissen müssen

Wenn Sie THCP oder HHC-P verwendet haben, fragen Sie sich wahrscheinlich: Zeigt THCP auf einem Drogentest an? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein - aber sie ist entscheidend, besonders wenn Sie arbeiten, eine Strafverfolgung vermeiden oder einfach nur sicher sein wollen, was Ihr Körper zeigt.

Was ist THCP wirklich?

THCP, kurz für Tetrahydrocannabiphorol, ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das erstmals 2019 von italienischen Forschern identifiziert wurde. Es ist eine Verbindung, die der Struktur von THC sehr ähnlich ist - aber mit einem längeren Seitenarm. Dieser kleine Unterschied macht es bis zu 30-mal wirksamer als herkömmliches Delta-9-THC. Das bedeutet: Eine winzige Menge kann starke psychoaktive Effekte auslösen. Viele Produkte, die als „HHC-P“ oder „synthetisches THC“ verkauft werden, enthalten tatsächlich THCP oder ähnliche synthetische Cannabinoide.

THCP kommt in natürlichen Hanfpflanzen nur in winzigen Spuren vor. Die meisten Produkte auf dem Markt sind daher laborgezüchtet und werden in Deutschland oft als „legaler Ersatz“ für Marihuana beworben. Doch Legalität ist kein Schutz vor Drogentests - und das ist der entscheidende Punkt.

Wie funktioniert ein Drogentest?

Die meisten Standard-Drogentests - ob Urin, Blut, Speichel oder Haar - suchen nach Metaboliten, also Abbauprodukten von Drogen. Bei Cannabis ist das Hauptziel der Test: 11-Nor-9-carboxy-THC, auch bekannt als THC-COOH. Dieser Metabolit bleibt Wochen im Körper, besonders bei regelmäßigem Konsum.

THCP wird im Körper ähnlich abgebaut wie THC. Forschungsarbeiten zeigen, dass THCP in der Leber in ähnliche Metaboliten zerlegt wird - darunter auch 11-Nor-9-carboxy-THC. Das bedeutet: Ein Drogentest, der auf THC reagiert, kann auch THCP als „Cannabis“ anzeigen. Es gibt keinen speziellen Test für THCP - weil es nicht notwendig ist. Die bestehenden Tests fangen es schon ab.

Warum HHC-P nicht sicher ist

Viele Verkäufer werben mit HHC-P als „nicht nachweisbar“ oder „legaler High“. Das ist irreführend. HHC-P ist kein einheitlicher Stoff - es ist ein Sammelbegriff für verschiedene synthetische Cannabinoide, oft mit THCP, CBDP oder anderen Modifikationen. Selbst wenn ein Produkt als „HHC-P“ gekennzeichnet ist, kann es THCP enthalten - und das ist der Stoff, der den Test auslöst.

Ein Fall aus dem Jahr 2024 in Bayern zeigte, dass eine Person, die HHC-P-Öl konsumiert hatte, bei einer Arbeitsplatzkontrolle positiv auf THC getestet wurde. Der Laborbericht gab „Cannabinoide“ an - ohne zwischen THC und THCP zu unterscheiden. Die Person verlor ihren Job, weil der Arbeitgeber nach dem deutschen Betäubungsmittelgesetz (BtMG) handeln musste. THCP ist nicht ausdrücklich verboten - aber es wird rechtlich wie THC behandelt, wenn es im Körper nachweisbar ist.

Menschliche Silhouette mit chemischen THCP-Metaboliten, die als positives Testergebnis auf einem Bildschirm erscheinen.

Wie lange bleibt THCP im Körper?

Die Halbwertszeit von THCP ist noch nicht vollständig erforscht, aber aufgrund seiner chemischen Ähnlichkeit zu THC können wir realistische Schätzungen treffen:

  • Einmalige Dosis: Bis zu 3-7 Tage im Urin
  • Gelegentlicher Konsum (einmal pro Woche): Bis zu 14 Tage
  • Regelmäßiger Konsum (täglich): Bis zu 30 Tage oder länger

Haartests können THCP-Metaboliten bis zu 90 Tage nachweisen - aber diese Tests werden selten für Arbeitsplatzkontrollen verwendet. Urin-Tests sind die Standardmethode. Selbst wenn Sie nur ein einziges Mal THCP genommen haben, kann es nach 48 Stunden noch nachweisbar sein, besonders bei empfindlichen Tests mit einer Nachweisgrenze von 20 ng/ml.

Was passiert, wenn der Test positiv ist?

Ein positiver Test auf THCP führt nicht zu einer Strafe - aber zu Konsequenzen:

  • Arbeitsplatz: Sie können entlassen werden, wenn Ihr Job Sicherheitsrelevanz hat (z. B. Fahrer, Maschinenführer, Medizinpersonal). Selbst in anderen Berufen kann es zu Abmahnungen oder Zwangstherapie führen.
  • Polizeikontrolle: Bei Fahrtuntüchtigkeit (z. B. nach einem Unfall) können Sie wegen „Cannabisbesitz“ belangt werden - auch wenn Sie nur THCP genommen haben.
  • Staatliche Stellen: Bei Bewerbungen für Beamtenstellen, Polizei oder Militär ist ein positiver Test ein Ausschlusskriterium.

Es gibt keine Ausnahme für „natürliche“ oder „nicht-THC“ Cannabinoide. Das Bundeszentralamt für Betäubungsmittel (BfArM) stuft THCP als „ähnlich wirksames Cannabinoid“ ein - und damit als potenziell suchterzeugend. Das reicht für die rechtliche Behandlung wie THC.

Wie kann man sich schützen?

Wenn Sie THCP oder HHC-P konsumieren, gibt es nur eine sichere Methode: Stellen Sie den Konsum ein.

Detox-Produkte, Trinkkurven oder „Cleanse“-Shampoos funktionieren nicht. Sie verändern nicht den Metaboliten, der im Körper gespeichert ist. Einige Menschen versuchen, den Test zu umgehen, indem sie viel Wasser trinken - aber moderne Tests messen die Kreatinin-Konzentration und erkennen Dilution sofort. Das führt zu einem ungültigen Test - und das wird oft als Verdacht gewertet.

Wenn Sie einen Test erwarten, ist die einzige zuverlässige Strategie: Warten. Mindestens 2-4 Wochen Abstinenz bei einmaligem Konsum, bis zu 6-8 Wochen bei regelmäßigem Gebrauch. Es gibt keine Abkürzung.

Person hält ein positives Drogentest-Ergebnis in einem Büro, während ein Vorgesetzter sie beobachtet.

Was ist mit CBD oder CBG?

CBD und CBG sind nicht psychoaktiv und werden in der Regel nicht mit THC verwechselt. Sie werden nicht von Standardtests erfasst - es sei denn, das Produkt enthält Spuren von THC. Viele CBD-Öle enthalten bis zu 0,3 % THC - das ist legal in Deutschland, aber bei empfindlichen Tests kann es zu einem schwachen positiven Ergebnis führen. THCP ist etwas anderes: Es ist nicht nur ein Spurenstoff - es ist der Hauptwirkstoff.

Wenn Sie CBD kaufen, wählen Sie Produkte mit Zertifikat und „THC-frei“-Garantie. Bei THCP oder HHC-P gibt es keine solche Garantie - weil es nicht als „CBD“ verkauft wird, sondern als „starkes THC-Ersatzmittel“.

Die Wahrheit über „legalen High“

Der Markt für synthetische Cannabinoide boomt - weil sie billig sind und viele glauben, sie seien legal. Aber das ist eine gefährliche Illusion. THCP ist nicht auf der Liste verbotener Substanzen - aber es wird trotzdem als Cannabis behandelt. Die Gesetze folgen nicht immer der Chemie - sie folgen der Wirkung.

Ein Drogentest erkennt nicht, ob Sie THC oder THCP genommen haben. Er erkennt nur: „Cannabinoid-Metabolit vorhanden“. Und das ist genug, um Ihr Leben zu verändern - ohne dass Sie jemals Marihuana berührt haben.

Was tun, wenn Sie positiv getestet wurden?

Wenn Sie einen positiven Test erhalten, halten Sie nicht still. Fordern Sie eine Bestätigungstest an - einen GC-MS-Test (Gaschromatographie-Massenspektrometrie). Dieser Test kann zwischen verschiedenen Cannabinoiden unterscheiden - aber er ist teuer und wird oft nicht automatisch angeboten.

Sprechen Sie mit einem Anwalt, der sich mit Betäubungsmittelrecht auskennt. In manchen Fällen kann eine ärztliche Bescheinigung helfen - besonders wenn der Konsum nicht regelmäßig war und keine Gefährdung vorlag. Aber die Chancen sind gering. Die Rechtslage in Deutschland ist klar: Wenn es im Körper nachweisbar ist und psychoaktiv wirkt, ist es kein „legaler Snack“.

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