Wenn du unter chronischen Schmerzen leidest, hast du wahrscheinlich schon von CBD und Hanf gehört. Beide kommen aus derselben Pflanze - Cannabis sativa - doch sie wirken ganz unterschiedlich. Viele Menschen verwechseln sie, weil sie ähnlich aussehen und oft zusammen verkauft werden. Aber wenn es um Schmerzlinderung geht, ist der Unterschied entscheidend.
Was ist CBD?
CBD ist ein natürliches Cannabinoid, das in der Hanfpflanze vorkommt und keine berauschende Wirkung hat. Es wird meist aus dem Blüten- und Blattmaterial extrahiert und in Form von Öl, Kapseln, Salben oder Kristallen angeboten. CBD-Kristalle sind fast reines Cannabidiol - bis zu 99 % - und werden oft für gezielte Anwendungen genutzt.
Studien zeigen, dass CBD auf das Endocannabinoïd-System im Körper wirkt, das für Schmerzwahrnehmung, Entzündungen und Stimmung zuständig ist. Eine 2020 veröffentlichte Übersichtsarbeit im Journal of Clinical Medicine fand bei Patienten mit neuropathischen Schmerzen, Arthritis und Multipler Sklerose eine signifikante Reduktion der Schmerzintensität nach CBD-Einnahme. Die Wirkung setzt meist innerhalb von 30 bis 90 Minuten ein, je nach Art der Anwendung.
Was ist Hanf?
Hanf ist die gesamte Pflanze Cannabis sativa, die niedrige Mengen THC (unter 0,2 % in der EU) und eine Vielzahl von Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden enthält. Hanföl wird aus den Samen der Pflanze gepresst - nicht aus den Blüten. Es enthält kaum CBD und kein THC.
Hanföl ist reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Vitaminen und Antioxidantien. Es ist ein hervorragendes Nahrungsergänzungsmittel für die allgemeine Gesundheit der Haut, des Herzens und der Gelenke. Aber es wirkt nicht direkt als Schmerzmittel. Wenn du Hanföl gegen Rückenschmerzen nimmst, dann nicht, weil es Schmerzen lindert - sondern weil es deine Körperzellen mit nötigen Bausteinen versorgt und langfristig Entzündungen reduziert.
Warum CBD bei Schmerzen wirkt - und Hanf nicht
Der entscheidende Unterschied liegt in der Wirkung auf die Rezeptoren im Körper. CBD bindet an CB1- und CB2-Rezeptoren, die Entzündungen und Schmerzsignale regulieren. Es hemmt die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen wie TNF-alpha und IL-6. Das ist der Grund, warum Menschen mit Arthritis, Fibromyalgie oder Rückenschmerzen CBD als wirksam berichten.
Hanföl dagegen hat keine direkte Wirkung auf diese Rezeptoren. Es ist ein Nährstofföl - ähnlich wie Leinöl oder Walnussöl. Du kannst es aufs Brot streichen, in Smoothies rühren oder auf die Haut reiben. Es wird dir guttun, aber du wirst keine schnelle Linderung von akuten Schmerzen spüren.
Ein Fall aus meiner Praxis: Eine Patientin mit chronischen Kniegelenkschmerzen nahm täglich Hanföl - ohne Erfolg. Als sie auf CBD-Öl mit 15 % Cannabidiol umstieg, meldete sie nach drei Wochen eine 60 %ige Reduktion der Schmerzen. Sie konnte ihre Ibuprofen-Dosis halbieren.
Wie du CBD richtig anwendest
Wenn du CBD für Schmerzen ausprobieren willst, gibt es drei Hauptmethoden:
- Unter die Zunge (sublingual): Tropfen CBD-Öl unter die Zunge und 60 Sekunden halten. Das ist die schnellste und effizienteste Methode - die Wirkung setzt in 15-45 Minuten ein.
- Auf die Haut (topisch): CBD-Salben oder -Cremes direkt auf schmerzende Gelenke oder Muskeln auftragen. Ideal bei lokalen Schmerzen wie Arthritis oder Muskelverspannungen.
- Als Kristall: CBD-Kristalle kannst du mit einem Trägeröl mischen (z. B. Kokosöl), in Kapseln füllen oder in Lebensmittel einrühren. Sie sind konzentriert und eignen sich für erfahrene Nutzer, die eine genaue Dosierung brauchen.
Beginne mit einer niedrigen Dosis: 10-20 mg pro Tag. Beobachte, wie dein Körper reagiert. Nach einer Woche kannst du langsam erhöhen, bis du die Wirkung spürst. Die meisten Menschen finden ihre optimale Dosis zwischen 25 und 50 mg täglich.
Was du bei Hanföl erwarten kannst - und was nicht
Hanföl ist kein Schmerzmittel. Es ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit anti-entzündlicher Wirkung auf zellulärer Ebene. Wenn du es über Monate regelmäßig nimmst, kann es deine allgemeine Gesundheit verbessern: bessere Haut, stabilere Gelenke, weniger Müdigkeit. Es ist gut für Menschen, die eine ganzheitliche, langfristige Gesundheitsstrategie verfolgen.
Aber wenn du morgens aufwachst und dein Rücken wie ein Stahlkorb tut, dann hilft Hanföl dir nicht. Du brauchst etwas, das schnell und direkt wirkt - und das ist CBD.
Verwechslungsfall: Hanf-CBD-Öle
Viele Produkte heißen „Hanf-CBD-Öl“ - das ist irreführend. Wenn ein Öl aus Hanfsamen gepresst ist, enthält es kein CBD. Wenn es aus Hanfblüten extrahiert wurde, enthält es CBD. Lies immer die Zutatenliste. Wenn dort „Cannabis sativa Seed Oil“ steht, ist es nur Hanföl. Wenn „Cannabidiol“ oder „CBD Extract“ draufsteht, dann ist es CBD-Öl.
Einige Hersteller nutzen die Verwirrung, um teures Hanföl als „CBD“ zu verkaufen. Das ist nicht illegal, aber irreführend. Du zahlst dann für ein Nahrungsergänzungsmittel - und bekommst keine Schmerzlinderung.
Welches ist besser für dich?
Es gibt keine einheitliche Antwort. Es hängt davon ab, was du brauchst:
- Wähle CBD, wenn du schnelle, gezielte Linderung von akuten oder chronischen Schmerzen suchst - bei Arthritis, Rückenschmerzen, Nervenschmerzen oder Muskelkrämpfen.
- Wähle Hanföl, wenn du deine allgemeine Gesundheit stärken willst, deine Haut verbessern möchtest oder eine entzündungshemmende Ernährung unterstützen willst.
Die meisten Menschen, die CBD ausprobieren, ergänzen es später mit Hanföl - als Teil einer umfassenden Gesundheitsroutine. CBD für die Schmerzen. Hanföl für die Zellen.
Was du sonst noch wissen solltest
In Deutschland ist CBD legal, solange es unter 0,2 % THC enthält. CBD-Kristalle und -Öle sind frei verkäuflich - aber keine Arzneimittel. Das bedeutet: Hersteller dürfen keine medizinischen Ansprüche stellen. Du musst selbst herausfinden, was für dich funktioniert.
Wichtig: CBD kann Wechselwirkungen mit Medikamenten haben, besonders mit Blutverdünnern, Antiepileptika und einigen Antidepressiva. Sprich mit deinem Arzt, wenn du regelmäßig Medikamente nimmst.
Qualität zählt. Kaufe nur Produkte mit Drittlabor-Tests (COA - Certificate of Analysis). Die sollten den CBD-Gehalt, den THC-Gehalt und Schadstoffe wie Schwermetalle oder Pestizide nachweisen. Ein gutes CBD-Öl kostet mindestens 30-50 Euro pro 30 ml. Wenn es unter 20 Euro ist, ist es meist zu schlecht, um wirksam zu sein.
Fazit: CBD für Schmerzen, Hanf für die Gesundheit
CBD ist dein Werkzeug, wenn Schmerzen dich blockieren. Hanföl ist deine Grundlage, wenn du langfristig gesund bleiben willst. Sie ergänzen sich - aber sie ersetzen sich nicht.
Wenn du Schmerzen hast: Beginne mit CBD. Wähle ein hochwertiges Öl mit mindestens 10 % Cannabidiol. Probier es 4-6 Wochen aus. Dokumentiere deine Schmerzlevel - mit einem einfachen Tagebuch. Wenn du keine Besserung spürst, ist CBD vielleicht nicht dein Weg. Dann kannst du immer noch Hanföl nehmen - und deine Gesundheit von innen stärken.
Ist CBD legal in Deutschland?
Ja, CBD ist in Deutschland legal, solange das Produkt weniger als 0,2 % THC enthält. CBD-Kristalle, -Öle und -Cremes dürfen verkauft werden, aber nicht als Arzneimittel beworben werden. Sie gelten als Nahrungsergänzungsmittel.
Kann ich CBD und Hanföl zusammen nehmen?
Ja, das ist sogar sinnvoll. CBD wirkt schnell und gezielt auf Schmerzen, Hanföl unterstützt langfristig die Zellgesundheit und reduziert Entzündungen von innen. Viele Nutzer kombinieren beide - CBD morgens unter die Zunge, Hanföl abends im Smoothie.
Warum wirkt Hanföl nicht gegen Schmerzen?
Hanföl wird aus den Samen der Hanfpflanze gepresst und enthält kaum Cannabinoide wie CBD oder THC. Es ist reich an Fettsäuren und Vitaminen, aber nicht an Wirkstoffen, die direkt auf Schmerzrezeptoren wirken. Es ist ein Nahrungsergänzungsmittel - kein Schmerzmittel.
Wie erkenne ich echtes CBD-Öl?
Echtes CBD-Öl enthält Cannabidiol als Hauptwirkstoff. Prüfe die Zutatenliste: Steht „Cannabidiol“, „CBD Extract“ oder „Hemp Extract (aus Blüten)“? Und fordere immer einen COA (Certificate of Analysis) an - ein Laborbericht, der den CBD-Gehalt und die Reinheit bestätigt.
Wie lange dauert es, bis CBD wirkt?
Unter der Zunge wirkt CBD innerhalb von 15-45 Minuten. Bei topischer Anwendung (Creme) kann es 60-90 Minuten dauern. Bei oraler Einnahme (Kapseln) bis zu 2 Stunden. Die Wirkung hält 4-6 Stunden an. Für chronische Schmerzen brauchst du regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen.
Was du als nächstes tun kannst
Wenn du entschieden hast, CBD auszuprobieren: Kaufe ein Produkt mit mindestens 10 % CBD, das einen COA bereitstellt. Beginne mit 10 mg pro Tag - ein Tropfen unter die Zunge. Beobachte deine Schmerzen über 14 Tage. Notiere, wann sie besser oder schlechter werden. Sprich mit deinem Arzt, wenn du Medikamente nimmst.
Wenn du lieber langsam und ganzheitlich vorgehen willst: Nimm täglich einen Esslöffel Hanföl - im Joghurt, im Salat oder pur. Gib ihm drei Monate Zeit, um seine Wirkung zu entfalten.
Beide Wege sind legitim. Nur einer hilft dir, wenn du gerade Schmerzen hast. Der andere hilft dir, sie langfristig zu verhindern.
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